Wasser ist das wichtigste „Nahrungsmittel“ unseres Körpers – und gleichzeitig eines der meist unterschätzten. Während der Mensch mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen kann, führen bereits wenige Tage ohne Wasser zu schwerwiegenden Funktionsstörungen. Schon ein Flüssigkeitsverlust von nur 2 % des Körpergewichts kann die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen.
In diesem Insight erfährst du, warum Hydration so entscheidend für deinen Körper ist, wie du deinen Flüssigkeitshaushalt besser einschätzt – und welche Getränke dich wirklich unterstützen.
Warum Wasser lebenswichtig ist
Der menschliche Körper besteht zu etwa 60 % aus Wasser. Bei einer 60 kg schweren Person entspricht das rund 36 kg Wasser. Muskeln enthalten dabei deutlich mehr Wasser als Fettgewebe – ein Prinzip, das sich auch in modernen Körperanalysen wie der Bioimpedanzmessung widerspiegelt.
Wasser erfüllt im Körper zentrale Funktionen:
Es schützt Organe und Gewebe
Es transportiert Nährstoffe, Hormone und Stoffwechselprodukte
Es ist an nahezu allen biochemischen Reaktionen beteiligt
Es reguliert die Körpertemperatur
Ohne eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können diese Prozesse nicht stabil funktionieren.
Wie viel Wasser wir täglich verlieren – und zuführen müssen
Über den Tag verliert der Körper kontinuierlich Flüssigkeit:
Über die Nieren: ca. 1–1,5 l
Über die Haut (Schweiß): ca. 0,5 l (je nach Aktivität und Stress deutlich mehr)
Über die Atmung: ca. 0,4 l
Über den Magen-Darm-Trakt: ca. 0,1 l
In Summe ergibt sich ein täglicher Verlust von etwa 2–2,5 Litern – bei Sport, Hitze oder Stress entsprechend mehr.
Etwa 1 Liter dieser Menge nehmen wir über die Nahrung auf. Der Rest sollte gezielt über Getränke zugeführt werden. Für die meisten Menschen bedeutet das: mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken, bei körperlicher oder mentaler Belastung entsprechend mehr.
Woran du erkennst, ob du ausreichend hydriert bist
Ein einfacher und praxistauglicher Indikator für deinen Hydrationsstatus ist die Farbe deines Urins:
Sehr hell → gut hydriert
Dunkelgelb bis bräunlich → deutlicher Flüssigkeitsmangel
Achtung: Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können die Urinfarbe verfälschen – das sollte bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Kaffee, Tee und Co. – was zählt wirklich zur Flüssigkeitszufuhr?
Ein weit verbreiteter Mythos lautet, dass Kaffee dehydriert. In moderaten Mengen (2–4 Tassen pro Tag) ist das nicht der Fall. Erst ab sehr hohen Koffeinmengen (über ca. 500 mg/Tag) kann ein stärker harntreibender Effekt auftreten.
Auch ungesüßte Tees – etwa grüner Tee oder Früchtetee – können sinnvoll zur Flüssigkeitszufuhr beitragen, solange sie nicht stark gesüßt sind.
Mineralwasser oder Leitungswasser?
Leitungswasser in Deutschland ist von sehr hoher Qualität und ein hervorragender, kostengünstiger Durstlöscher. Mineralwässer wie z. B. Gerolsteiner enthalten jedoch teils deutlich höhere Mengen an:
Calcium
Magnesium
Natrium
Hydrogencarbonat
Gerade für sportlich aktive Menschen kann das ein sinnvoller Beitrag zur Mineralstoffversorgung sein – etwa zur Unterstützung der Muskel- und Knochenfunktion.
Die größten Hydrationsfallen: Softdrinks und Energy Drinks
Softdrinks (z. B. 1,5 l Fanta)
Ca. 103 g Zucker
Ca. 480 kcal
Kaum Sättigungseffekt
Regelmäßiger Konsum fördert Übergewicht, Insulinresistenz, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Energy Drinks (z. B. 1,5 l)
Ca. 165 g Zucker
Ca. 705 kcal
Ca. 480 mg Koffein (über dem empfohlenen Tagesmaximum)
Neben den metabolischen Risiken kommen hier Herzfrequenzanstieg, Schlafstörungen, Unruhe und im Extremfall Herzrhythmusstörungen hinzu.
Was gute Hydration für dich bedeutet
Eine ausreichende und klug gewählte Flüssigkeitszufuhr:
Stabilisiert Konzentration und Leistungsfähigkeit
Unterstützt Stoffwechsel und Thermoregulation
Reduziert Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung
Unterstützt Regeneration und körperliche Belastbarkeit
Hydration ist damit kein „Nice to have“, sondern eine zentrale Säule deiner Gesundheit und Performance.
Fazit: Kleine Gewohnheit, große Wirkung
Richtig trinken ist eine der einfachsten, aber wirkungsvollsten Gesundheitsstrategien. Wer seinen Flüssigkeitshaushalt bewusst steuert, schafft eine stabile Grundlage für Energie, Fokus und Belastbarkeit – im Alltag wie im Beruf.
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Über die Autorin:
Ann-Katharin Lorenzen ist Psychologin (M.Sc.), Systemischer Coach und Expertin für mentale Gesundheit bei Anwälten, Steuerberatern und Führungskräften in Beratungsberufen – Menschen, die hohe Verantwortung tragen und wenig Raum für Schwäche haben. Als Gründerin von LOR Mental Health kombiniert sie psychologisches Fachwissen mit datenbasierten Ansätzen aus Sport- und Ernährungswissenschaften.
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